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Zen 6: AMD stellt seine ersten Prozessoren der neuen Generation vor
Nicht weniger als vier Zen-6-Prozessoren sind bereits geplant, allerdings keiner für Privatanwender.
Die ersten Gerüchte und Spekulationen rund um Zen 6 sind schon länger im Umlauf. Seit mehreren Monaten berichten zahlreiche mehr oder weniger gut informierte Quellen von der bevorstehenden Einführung dieser neuen Architektur, die es AMD ermöglichen soll, sich noch weiter von seinem ewigen Konkurrenten Intel abzusetzen. Diese Gerüchte wurden durch eine höchst offizielle Ankündigung von Mark Papermaster, Executive Vice President und Chief Technology Officer bei AMD, im Rahmen eines kurzen Interviews bestätigt: AMD würde also die ersten Zen-6-Prozessoren im Rahmen seiner Veranstaltung „Advancing IA 2026“ vorstellen, die am 22. und 23. Juli in San Francisco stattfand.
Die Veranstaltung ist vorbei und AMD hat sein Versprechen gehalten, auch wenn die betreffenden Ankündigungen manche Nutzer enttäuschen könnten. Denn obwohl Zen 6 offiziell vorgestellt und neue Prozessoren präsentiert wurden, hat AMD seine Ankündigungen auf den professionellen Bereich beschränkt: keine neuen Ryzen-Prozessoren vorerst. Im Rahmen der „Advancing IA 2026“ wurden die EPYC-Prozessoren vorgestellt – Prozessoren, die zwar für Unternehmen reserviert sind, aber dennoch interessant sind. Zunächst einmal hat AMD seine Strategie bestätigt: Ein einziger Prozessor kann nicht alle Anwendungsszenarien abdecken, und daher bereitet sich der US-Konzern darauf vor, vier Varianten dieser EPYC Zen 6-Prozessoren auf den Markt zu bringen, die unter dem Codenamen EPYC Venice bekannt sind.
EPYC 9006 SP7 und EPYC 9006 SP8 werden die ersten beiden Varianten sein, die verfügbar sein werden; sie sollen im vierten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Der SP7 wird mit maximal 256 Kernen der leistungsstärkere der beiden sein, während der SP8 auf 128 Kerne begrenzt sein wird. AMD wird dabei mit TSMC zusammenarbeiten, das die Produktion der Chips im 2-nm-Verfahren übernehmen wird – eine unabdingbare Voraussetzung, um die 256 Kerne zu erreichen, aber auch eine maximale Taktfrequenz von 5 GHz bei 96 Kernen und eine TDP von 600 Watt. Neben diesen beiden Chips plant AMD einige Wochen bzw. Monate später die Einführung des EPYC 9006X mit einem überdimensionierten L3-Cache (bis zu 1.152 MB) sowie des EPYC 9006LP in Kombination mit LPDDR5X-Speicher für eine bessere Energieeffizienz.
Um das Ganze abzurunden, kündigt AMD zudem den Betrieb mit bis zu 16 Speicherkanälen für eine maximale Bandbreite von 1,6 TB/s an. DDR5-8000 wird ebenso zum Einsatz kommen wie das neue MRDIMM, das für maximal 12.800 MT/s ausgelegt ist. So ausgestattet dürften die EPYC Venice auf Basis von Zen 6 in der Lage sein, die vorherige Generation der EPYC Turin deutlich zu übertreffen, die bereits weit über den besten Intel-Prozessoren lag. In diesem Sinne ist die Einführung der EPYC Venice eine gute Nachricht für uns kleine Nutzer: Wenn Zen 6 seine Versprechen im Serverbereich einhält, stehen die Chancen gut, dass dies auch bei den zukünftigen Ryzen-Prozessoren auf Basis von Zen 6 der Fall sein wird, die AMD für 2027 plant. Die Entwicklung bleibt also spannend…


