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DLSS 5: Die neue Technologie von NVIDIA lässt den Stromverbrauch der GeForce RTX-Karten steigen
DLSS 5 verspricht, die Darstellung von Spielen dank Neural Rendering zu revolutionieren, doch erste Tests zeigen einen unerwarteten Nachteil: Die Aktivierung der Technologie würde den Stromverbrauch in die Höhe treiben.
Mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 575 W war die GeForce RTX 5090 ohnehin schon keine besonders sparsame Grafikkarte. DLSS 5 scheint jedoch entschlossen zu sein, die Grenzen noch ein Stück weiter zu verschieben. In den ersten Tests zu NVIDIAs Neural Rendering, die von Tom’s Hardware veröffentlicht und von VideoCardz weiterverbreitet wurden, erreicht die RTX 5090 Founders Edition regelmäßig ihre Leistungsgrenze, während eine wesentlich leistungsstärkere MSI RTX 5090 Lightning Z bis auf 802 W klettert. Letztere ist natürlich keine ganz gewöhnliche RTX 5090. Dank ihrer beiden 12V-2×6-Anschlüsse und ihres „Extreme“-BIOS verfügt sie über eine Leistungsaufnahme von bis zu 1.000 W. Diese Reserve vermittelt vor allem einen Eindruck davon, wie viel Leistung die neue neuronale Verarbeitung aufnehmen kann, wenn die GPU nicht mehr begrenzt ist.
Die festgestellten Unterschiede sind besonders beeindruckend. In „Cyberpunk 2077“ steigt die Leistung der RTX 5090 Founders Edition mit DLSS 5 von 482 auf 551 W, während die Lightning Z von 580 auf 723 W klettert. In „Hogwarts Legacy“ steigt die Leistung der MSI-Karte sogar von 480 auf 720 W: 240 W zusätzlich, was einem Anstieg von 50 % entspricht. Und „Control“ holt sich mit 802 W auf der Lightning Z den Spitzenplatz, gegenüber 691 W ohne Neural Rendering. Dieser enorme Stromverbrauch führt zudem nicht unbedingt zu mehr Bildern pro Sekunde. In den Tests mit diesen Spielen führt die Aktivierung von DLSS 5 aufgrund des hohen Stromverbrauchs der NVIDIA-Technologie sogar zu einem erheblichen Leistungsabfall. Bei „Control“ verlieren die beiden RTX 5090 somit etwa 42 % ihrer Leistung, wenn das neuronale Rendering aktiviert ist. Man sollte diese Zahlen jedoch nicht vorschnell verallgemeinern. Diese ersten Tests wurden mit einer Community-Implementierung des DLSS-5-Modells vor dessen offizieller Verfügbarkeit durchgeführt, und die Lightning Z verfügt über Stromversorgungskapazitäten, die weit von denen einer klassischen RTX 5090 entfernt sind. Die 800 W stellen daher keinen neuen „normalen“ Stromverbrauch der 5090 dar, sondern sind vielmehr ein spektakulärer Beweis dafür, was passiert, wenn die GPU über genügend Spielraum verfügt, damit sich das Neural Rendering voll entfalten kann.

Von HardwareLUXX durchgeführte Leistungstests mit NBA 2K27 und der endgültigen Version von DLSS 5 © HardwareLUXX
Es wäre eigentlich recht einfach, diesen Fall als eine der Exzesse der leistungsstärksten Grafikkarte der Produktreihe abzutun. Doch die ersten von HardwareLUXX veröffentlichten Messwerte scheinen die Informationen von Tom’s Hardware zu bestätigen. Sie zeigen, dass das Phänomen weit tiefer in die Blackwell-Reihe hineinreicht. Auch die RTX 5080 ist davon betroffen: Ihr Stromverbrauch kann um etwa 100 Watt ansteigen, wenn DLSS 5 aktiv wird, bis sie ihre Grenze von 360 W erreicht. Die in NBA 2K27 durchgeführten Messungen zeigen vor allem, dass das Phänomen mehrere Generationen von Grafikkarten der RTX-50-Serie betrifft. So steigt der Verbrauch einer RTX 5070 von 147 W in Full HD und 206 W in QHD auf etwa 250 W, wenn DLSS 5 im Qualitätsmodus aktiviert ist. Die RTX 5070 Ti steigt je nach Auflösung von 192 auf 261 W an, bevor sie mit der neuronalen Bildwiedergabe etwa 300 W erreicht. Auch die RTX 5080 macht da keine Ausnahme: Unter den Testbedingungen steigt ihr Stromverbrauch von 291 auf 349 W. Und die RTX 5090 bleibt natürlich die spektakulärste, mit einem Anstieg von 374 auf 575 W im selben Vergleich. Mit anderen Worten: DLSS 5 ist nicht einfach nur eine energieintensive Kuriosität, die den Spitzenmodellen vorbehalten ist – das Neural Rendering scheint bei allen getesteten GeForce RTX 50-Modellen einen messbaren Stromaufwand zu verursachen.

Von HardwareLUXX durchgeführte Leistungstests mit NBA 2K27 und der endgültigen Version von DLSS 5 © HardwareLUXX
Diese Veränderung ist keineswegs nebensächlich. Bislang wurde die Aktivierung von DLSS eher mit einer Verbesserung des Verhältnisses zwischen Bildqualität und Leistung in Verbindung gebracht. Das Prinzip der Rekonstruktion selbst ermöglicht es, ein Bild mit einer niedrigeren internen Auflösung zu berechnen und es anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz wiederherzustellen. Mit DLSS 5 fügt NVIDIA jedoch eine weitaus ambitioniertere Ebene des neuronalen Renderings hinzu, die die spezialisierten Rechenkapazitäten der GPU stärker beansprucht. Es geht also weniger um den maximalen Stromverbrauch einer Grafikkarte als vielmehr um das Verhältnis zwischen dem verbrauchten Strom und dem tatsächlich erzielten Nutzen. Natürlich müssen wir noch auf weitere Spiele und Tests mit den offiziellen Versionen von DLSS 5 warten, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen ziehen können, aber der Hinweis ist bereits da.
