Qualcomm stellt den Snapdragon 8 Elite Gen 6 vor – oder besser gesagt: DIE Snapdragon 8 Elite Gen 6
Folgen Sie uns und teilen Sie diesen Artikel
Qualcomm erneuert sein mobiles Spitzensegment und schlägt einen neuen Kurs ein: Gleich zwei neue Chips statt nur einem.
Qualcomm bringt gleichzeitig den Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 und den Snapdragon 8 Elite Gen 6 auf den Markt, zwei System-on-Chip-Lösungen für die zukünftigen Android-Smartphones der Spitzenklasse. Beide Modelle basieren auf einer 2-nm-Struktur und nutzen für den CPU-Teil die neue Generation der Oryon-Architektur. Der US-amerikanische Hersteller will damit den wachsenden Anforderungen im Bereich Gaming und vor allem der künstlichen Intelligenz gerecht werden. Die Extreme-Version ist natürlich das technologische Aushängeschild dieser neuen Generation, doch während Qualcomm logischerweise erhebliche Leistungssteigerungen ankündigt, legt das Unternehmen vor allem Wert auf eine bessere Energieeffizienz.
Der CPU-Teil bleibt eines der Hauptargumente dieser Generation. Beide Chips basieren auf einer Oryon-Architektur mit acht Kernen, darunter zwei Prime-Kerne, die bis zu 5 GHz erreichen können. Qualcomm präsentiert diese Taktfrequenz als eine Premiere bei einem mobilen Prozessor, während die angekündigten Leistungssteigerungen im Vergleich zur Vorgängergeneration beim Extreme-Modell 13 % und beim Snapdragon 8 Elite Gen 6 10 % betragen. Wie bereits erwähnt, geht es jedoch nicht nur darum, an reiner Leistung zu gewinnen. Qualcomm legt auch Wert auf Energieeffizienz und kündigt Einsparungen von 37 % für das Standardmodell und 40 % für die Extreme-Version an. Diese Fortschritte sollen es Smartphones ermöglichen, ihre hohe Leistung länger aufrechtzuerhalten, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen.
Auch der Grafikbereich entwickelt sich weiter: Die Adreno-GPU soll beim Snapdragon 8 Elite Gen 6 bis zu 35 % und bei der Extreme-Variante bis zu 44 % leistungsstärker sein. Letztere profitiert vor allem von einer neuen Technologie namens Adreno Neural Fusion. Sie nutzt künstliche Intelligenz, um Skalierung und Bildgenerierung zu kombinieren, mit dem Ziel, die visuelle Darstellung zu verbessern – ähnlich wie es AMD und NVIDIA mit FSR bzw. DLSS anbieten. Qualcomm kündigt bei einigen seiner Technologiedemonstrationen Energieeinsparungen von bis zu 40 % an. Die Hexagon-NPU wurde ihrerseits überarbeitet, um die Fähigkeiten der generativen KI und vor allem das, was Qualcomm als „agentische“ KI bezeichnet, zu stärken. Der Chip kann mehrere Genauigkeitsstufen verarbeiten, bis hin zum neuen INT2-Format, um die Ausführung von Modellen mit mehreren Milliarden Parametern direkt auf dem Smartphone zu ermöglichen. Das Extreme-Modell verfügt zudem über 50 % mehr gemeinsam genutzten Speicher, was den Betrieb komplexerer KI-Modelle erleichtern soll.
Die Neuerungen beschränken sich nicht nur auf die Rechenleistung. Qualcomm erweitert auch die Foto- und Videofunktionen um drei wichtige Neuerungen: die „Elite Color Engine“, die „Intelligent Pixel Control“ und, bei der Extreme-Version, die Unterstützung für „Advanced Professional Video“. Letzteres ermöglicht insbesondere Aufnahmen in 8K mit 60 Bildern pro Sekunde und in 4K mit 240 Bildern pro Sekunde. Auch die Konnektivität wird dank des 5G-Modems X105 – das bis zu 14,8 Gb/s beim Herunterladen und 4,2 Gb/s beim Hochladen erreicht – sowie des FastConnect 8800 verbessert. Letzterer bietet Kompatibilität mit Wi-Fi 8 und theoretische Übertragungsraten von über 11 Gb/s. Qualcomm nutzt die Vorteile der N2-Fertigungstechnologie des Chipherstellers TSMC und will seine neuen Snapdragon-Prozessoren zu den Zugpferden der nächsten Generationen von High-End-Smartphones machen. Nun bleibt abzuwarten, welche Produkte die Partnerhersteller auf den Markt bringen werden.


