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Kazeta will Spielkassetten wiederbeleben … auf unseren PCs
Während sich die Videospielbranche unaufhaltsam in Richtung einer vollständig digitalen Welt zu bewegen scheint, schlägt ein Projekt namens Kazeta den umgekehrten Weg ein.
Vor einigen Tagen sorgte Sony für Aufsehen, als das Unternehmen ankündigte, ab dem 1. Januar 2028 keine physischen Datenträger für PlayStation-Spiele mehr anzubieten. Das ist noch weit weg und gleichzeitig schon sehr nah für Spieler, die sich bisher immer darauf verlassen konnten, dass es neben dem digitalen Markt auch einen Markt für physische Medien gibt. Auf dem PC sieht die Situation etwas anders aus: Seit fast zwanzig Jahren befinden sich physische Spiele im freien Fall, und heute gibt es nur noch sehr wenige Publisher, die physische Versionen ihrer Projekte veröffentlichen. Dennoch hat sich Kazeta entschieden, auf dem PC zu arbeiten. Die Idee des Entwicklers dieses ganz besonderen Betriebssystems? PC-Spielern ein konsolenähnliches Erlebnis zu bieten, mit echten physischen „Kassetten“, um ihre Spiele zu starten.
Das Konzept mag überraschen, basiert aber auf einer einfachen Idee: DRM-freie PC-Spiele in physische Datenträger umzuwandeln, die wie Spielkassetten verwendet werden können. Kazeta entwickelt nicht direkt neue Spiele, sondern bietet ein Linux-basiertes Betriebssystem an, mit dem Titel auf SD-Karten oder anderen externen Speichermedien gespeichert und anschließend so gestartet werden können, als würde man eine Kassette in eine Konsole einstecken. Ein Ansatz, der an eine Zeit anknüpfen möchte, in der Spielen einfach bedeutete, einen Datenträger anzuschließen und ein Spiel zu starten – ohne obligatorisches Konto und ohne Launcher, den man erst öffnen muss. Hinter dieser Initiative steht Alesh Slovak, der auch für seine Arbeit an ChimeraOS bekannt ist, einer speziell für Videospiele konzipierten Linux-Distribution. Kazeta stützt sich insbesondere auf Technologien aus dem Linux-Gaming-Ökosystem und richtet sich vor allem an Nutzer, die wieder die Kontrolle über ihre Spielebibliothek übernehmen möchten. Das System zielt ausschließlich auf DRM-freie Spiele ab, insbesondere solche von Plattformen wie GOG oder itch.io, um Spielern zu ermöglichen, ihre eigenen digitalen „Spielkassetten“ selbst zu erstellen.

Die Benutzeroberfläche ist minimalistisch gestaltet, und vor allem wird das Spiel direkt beim Einschalten des Computers geladen. © Kazeta
Für den Vorgang ist ein PC mit minimaler Konfiguration (x86-64-Bit-CPU, 4 GB RAM, AMD RX 400- oder NVIDIA GTX 1600-GPU) sowie ein SD-Kartenleser erforderlich. Anschließend muss das Kazeta-Betriebssystem installiert werden, das (noch?) kein Dual-Boot unterstützt, und schon ist es möglich, eigene Spielkassetten auf einer SD-Karte zu erstellen. Die Vorgehensweise wird auf der Website von Kazeta ausführlich beschrieben, aber beachten Sie, dass jede SD-Karte nur ein einziges Spiel enthalten kann. Auch wenn die Idee nostalgisch anmuten mag, ist sie doch eine Antwort auf die wachsende Sorge um das allmähliche Verschwinden physischer Datenträger. Während die Branche immer mehr digitale Plattformen einführt und traditionelle Datenträger an Boden verlieren, bietet Kazeta eine alternative Vision, bei der das Videospiel wieder zu einem Gegenstand wird, den man aufbewahren und in die Hand nehmen kann. Ein Ansatz, der zwar noch den Enthusiasten vorbehalten ist, aber einen Trend verdeutlicht: Selbst auf dem PC wollen manche Spieler das Physische nicht vollständig hinter sich lassen.
