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Micron sieht die DRAM-Preisentwicklung pessimistisch, wird jedoch von einer Untersuchung wegen Preisabsprachen bedroht
Zwischen Pessimismus hinsichtlich der Lagerbestände und Preise sowie einem möglichen Verstoß gegen die Marktgesetze steckt der DRAM-Markt mehr denn je in der Krise.
Da liegt es natürlich nahe, dass Micron seine eigene Sache vertritt: Da das Unternehmen – neben den südkoreanischen Marken Samsung und SK Hynix – zu den drei DRAM-Giganten gehört, hat das amerikanische Unternehmen kaum ein Interesse daran, dass sich die Lage auf dem DRAM-Markt in Richtung niedrigerer Preise entwickelt. Dennoch ist die Stellungnahme des Unternehmens von Bedeutung. So zitiert TechPowerUp Sanjay Mehrotra, den CEO von Micron: „Unsere Kunden sind sich bewusst, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich die Versorgungsengpässe bei Speicher und Speichermedien auflösen.“ Er fügt hinzu: „Auch wenn wir für 2028 eine schrittweise Verbesserung des Branchenangebots erwarten, können wir derzeit noch nicht vorhersagen, wann das Speicherangebot die steigende Nachfrage einholen wird.“
Der Unternehmenschef zeigt sich daher pessimistisch, und während einige Branchenvertreter auf eine Entspannung im Jahr 2027 hoffen wollten, sieht er eine Stabilisierung frühestens im Jahr 2028 – von einem Rückgang kann eindeutig keine Rede sein.
Die Lage könnte jedoch eine interessante Wendung nehmen: Am 25. Juni wurde vor dem Bundesgericht für Nordkalifornien eine Klage eingereicht. In dieser Klage wird den drei Herstellern Micron, Samsung und SK Hynix vorgeworfen, sich bei den DRAM-Preisen abgesprochen und das Angebot eingeschränkt zu haben. Der Klage zufolge haben die drei Branchenriesen nicht einfach nur auf die steigende Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz reagiert, sondern ihr Angebot für den Endverbraucher absichtlich reduziert, um die Preise weit über das Maß hinaus in die Höhe zu treiben, das normalerweise durch das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage entsteht.
Natürlich dürfte die Untersuchung des Falls langwierig sein, und man sollte nicht damit rechnen, dass sich in naher Zukunft Auswirkungen zeigen, selbst wenn die Hersteller verurteilt würden. Man muss wissen, dass es bereits Präzedenzfälle für solche Absprachen gab: Im Jahr 2002 hatten sich Infineon, Micron, Samsung und SK Hynix über die Preise abgesprochen; Micron hatte diese Situation zwar angeprangert, doch die drei anderen Unternehmen mussten für damalige Verhältnisse erhebliche Geldstrafen hinnehmen. Man sollte sich jedoch auch nicht zu sehr begeistern: In anderen Klagen und Urteilen wurde ebenfalls manchmal darauf hingewiesen, dass ein solches Verhalten der Hersteller angesichts einer bestimmten Situation lediglich die logischste Konsequenz war. Die Sache bleibt also spannend…
